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Urheberrecht

Das Urheberrecht ist von seiner Konzeption her für Autoren, Musiker, Künstler und andere Kreative geschaffen worden. Im Zeitalter des digitalen Fortschritts hat sich seine Bedeutung jedoch auch darüber hinaus stark vergrößert. Teilweise wird vom Urheberrecht als dem Sachenrecht des 20. Jahrhunderts gesprochen.
Im Zeitalter der digitalen Vervielfältigung von Werken ist ihre körperliche Festlegung von deutlich abnehmender Relevanz. Nicht der Rohling einer CD, sondern der Inhalt und somit die Urheberrechte bzw. die daraus abgeleiteten Nutzungsrechte machen ihren Wert und damit den Kaufpreis aus. Zwar war dies bei analogen Trägern nicht anders, jedoch liegt der Unterschied in der heute unbegrenzt möglichen Vervielfältigung ohne Qualitätseinbuße. Zunehmend geht die Entwicklung auch dahin, dass die Nutzung und Wahrnehmung solcher Werke ganz von einem festen Träger entkoppelt wird. Das Urheberrecht wird demnach auch als das Sachenrecht des 20. Jahrhunderts bezeichnet. Selbstverständlich wird seine herkömmliche Bedeutung für Künstler, deren Werke nach wie vor ausschließlich auf dem klassischen Weg wahrgenommen werden, nicht geschmälert.

Werk
Voraussetzung für den Anwendungsbereich des Urheberrechts ist das Vorliegen eines Werks. Darunter versteht das Gesetz eine persönliche geistige Schöpfung. Es muss sich somit um eine von einem Menschen geschaffene, wahrnehmbare Schöpfung mit einem hinreichenden Maß an Individualität (Schöpfungshöhe) handeln. Das Ergebnis des Schaffens muss sich von der Masse des Alltäglichen und von lediglich handwerklichen oder routinemäßigen Leistungen abheben. Hier beginnt die erste Schwierigkeit im Urheberrecht, nämlich die Feststellung, ob es sich tatsächlich um ein Werk handelt.
Als Beispiele nennt das Urhebergesetz selber Sprachwerke, Werke der Musik, pantomimische Werke einschließlich der Tanzkunst, Werke der bildenden und angewandten Kunst und Werke der Baukunst, sowie deren Entwürfe, Lichtbildwerke, Filmwerke und Darstellungen wissenschaftlicher oder technischer Art. Dieser Katalog ist jedoch nicht abschließend.
Zu beachten ist, dass das Urheberrecht allein die Form schützt. Die Idee, die einem Werk zugrunde liegt, ist nicht geschützt.

Rechte des Urhebers
Anders als z.B. im Patent- und Markenrecht ist für die Entstehung des urheberechtlichen Schutzes eine Eintragung in ein Register nicht erforderlich. Hier unterscheidet sich das deutsche Urheberrecht zum Beispiel vom US-amerikanischen Copyright. Der Schutz des Urheberrechts beginnt mit der Schöpfung des Werks und endet 70 Jahre nach dem Tod des Urhebers.
Die Rechte des Urhebers unterteilen sich in erster Linie in Urheberpersönlichkeitsrechte und Urheberverwertungsrechte. Ersteres gewährt dem Urheber im Wesentlichen das Veröffentlichungsrecht, das Recht auf Anerkennung seiner Urheberschaft sowie das Recht, eine Entstellung oder andere Beeinträchtigung des Werks unter gewissen Umständen zu verbieten. Letzteres gibt dem Urheber z.B. das Recht auf Vervielfältigung, Verarbeitung und öffentliche Wiedergabe.
Das Urheberrecht grenzt die Rechte des Urhebers aber auch in bestimmten Bereichen ein. Dies gilt z.B. bei der Zitierfreiheit in § 51 UrhG, bei dem Recht zur Vervielfältigung zum eigenen Gebrauch in § 53 UrhG, bei dem Erschöpfungsgrundsatz in § 17 Abs. 2 UrhG, bei dem Wiedergaberecht von Zeitungsartikeln und Rundfunkkommentaren in § 49 UrhG sowie bei öffentlichen Reden. Es handelt sich hierbei um Schrankenbestimmungen im Urheberrecht.

Das Urheberrecht als solches ist nicht übertragbar. Entsprechende vertragliche Klauseln sind regelmäßig unwirksam. Lediglich Nutzungsrechte können übertragen werden. Bedeutend ist hier die Unterscheidung zwischen einfachen und ausschließlichen Nutzungsrechten. Erstere berechtigen den Rechtsinhaber zur Benutzung neben anderen, wohingegen ausschließliche Nutzungsrechte exklusiv sind und die Nutzungsmöglichkeit eines jeden Dritten ausschließen.

Insgesamt lässt sich sagen, dass Urheber eine sehr starke Rechtsposition innehaben. Oft ist sie deutlich ausgeprägter, als es den Urhebern selbst bewusst ist. Zu beachten ist insbesondere die Entkoppelung des Urheberrechts vom Eigentum, die dem rechtlichen Laien oftmals nicht geläufig ist. Verkauft ein Künstler beispielsweise ein Bild, so heißt das nicht, dass der Eigentümer damit nach Belieben verfahren darf. Der Urheber hat mit der Aufgabe und Übertragung des Eigentums an eine andere Person nicht seine Urheberrechte abgegeben und auch nicht zwangsläufig Verwertungsrechte eingeräumt. Die Verwertungsrechte wie die Rechte auf Veröffentlichung, Vervielfältigung und Verbreitung stehen nach wie vor dem Urheber zu. Möchte der Eigentümer des Bildes diese Rechte wahrnehmen, muss er sich diese vom Urheber in entsprechenden Vereinbarungen übertragen lassen.

Durch eine der letzten Reformen des Urheberrechts aus dem Jahr 2002 sind die Rechte der Urheber nochmals deutlich gestärkt worden. Insbesondere in den §§ 32 ff. UrhG hat der Gesetzgeber den Urhebern Beteiligungen eingeräumt, die nach Auffassung vieler Verwerter und Verleger zu weitgehend sind. Diese Beteiligungen können vertraglich nicht abgedungen werden.

 
 
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